ZEIT für Literatur mit Jarka Kubsova
Shownotes
Elli hat sich zum Schreiben in ein Haus im Wald zurückgezogen, um die vollkommene Ruhe für ihr neustes Romanprojekt zu finden. Doch dort in der Stille wandern die Gedanken, öffnen Türen zu Geschichten von früher: zur Kindheit in Tschechien, zur Flucht nach Deutschland und immer wieder zur Oma, zur Babička, die in der damaligen Tschechoslowakei geblieben ist. Und mit den Erinnerungen kommen auch die Märchen zurück, die Elli als Kind von der Großmutter gehört hat. Allen voran die Geschichte von Viktorka, einer Frau, die für wahnsinnig erklärt wurde und allein in den böhmischen Wäldern lebte. Als Elli herausfindet, dass Viktorka keine Märchenfigur ist, sondern wirklich existierte, reist sie nach Tschechien. Sie will die Wahrheit erfahren über diese Frau und über das, was ihr angetan wurde. Doch tief im Wald, in der Einsamkeit, wartet eine andere Aufgabe auf sie: Sie muss sich auch ihrer eigenen Geschichte stellen.
In dieser Folge von ZEIT für Literatur liest Jarka Kubsova aus ihrem neuen Roman „Im Licht des neuen Tages“. Im Interview erläutert sie, welche feinen Verbindungen zwischen Frauen über die Jahrhunderte hinweg bestehen, warum der Wald in ihrem Roman eine so bedeutende Rolle spielt und warum die Auseinandersetzung mit der eigenen tschechischen Herkunft längst überfällig war.
Diese Podcast-Folge wurde im Auftrag des Verlags S. Fischer vom Studio ZX produziert. Redaktion: Mae Becker Aufnahmeleitung und Postproduktion: Jonas Ross
Transkript anzeigen
00:00:05: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Zeit für Literatur.
00:00:09: Zeit for Literatur ist ein Podcast, bei dem Autorinnen unter Tore nicht schreiben sondern vorlesen – und zwar aus ihren neuen Roman-Büchern.
00:00:16: Ich bin May Becker, produziert mit der Podcast vom Studio ZX.
00:00:25: Ich habe eine Frage liebe Hörerinnen und Hörers.
00:00:27: Wann waren Sie eigentlich das letzte Mal im Wald?
00:00:31: Und was verbinden sie mit Wäldern?
00:00:33: Wenn ich an Wälden denke dann denke ich unweigerlich auch an meine Kindheit an lange Spaziergänge, ans Pilze sammeln im Herbst und an so manchen kalten Wintertag, an denen mein Vater versucht hat mir Tierspuren im Schnee zu erklären.
00:00:45: Der Hauptfigur im neuen Roman von Jakar Kupsova – Im Licht des Neuen Tages geht es da ganz ähnlich.
00:00:52: Ellie hat sich zum Schreiben in ein Häuschen im Wald zurückgezogen um die vollkommende Ruhe für ihr neues Romanprojekt zu finden.
00:00:58: Und dort?
00:00:59: An diesem märchenhaften Ort wird sie von den Erinnerungen an ihre eigene Kindheit eingeholt.
00:01:04: In der Stille wandern die Gedanken öffnen Türen zu Geschichten von früher, zur Kindheit in Tschechien, zur Flucht nach Deutschland und immer wieder zur Oma – zur Babitschka.
00:01:15: Die in der damaligen Tschecheslowakei geblieben ist.
00:01:18: Und mit den Erinnerungen kommen auch die Märchen zurück, die Ellie als Kind von der Großmutter gehört hat.
00:01:24: Einen voranen, die Geschichte von Victorka einer Frau, die für wahnsinnig erklärt wurde und die allein in den böhmischen Wäldern lebte.
00:01:33: Als Ellie herausfindet, dass Victorka nicht nur eine Märchengestalt ist sondern wirklich existierte reißt sie nach Tschechien.
00:01:39: Sie will die Wahrheit erfahren über diese Frau und über das was ihr angetan wurde.
00:01:44: Doch tief im Wald in der Einsamkeit wartet auch eine andere Aufgabe auf sie.
00:01:50: Sie muss sich auch ihre eigenen Geschichte stellen.
00:01:53: Im Licht des neuen Tages ist ein grundstvoll gestalteter Roman über die Schicksale zweier Frauen Ein Roman über Sprache Über Nähe und über Identität.
00:02:14: Und die Arturin, die dieses Buch geschrieben hat ist heute bei mir im Studio – Jaka Kupsova.
00:02:20: Liebe Jaka, schön, dass du da bist!
00:02:22: Vielen Dank, ich freue mich sehr hier zu sein.
00:02:24: Jaka….
00:02:25: Die erste Frage in unserem Podcast ist ja immer die gleiche.
00:02:28: Wie würdest Du Deinen Roman im Licht des neuen Tages in nur einem Satz zusammenfassen?
00:02:34: Ja würde ich sagen... Es geht um eine Schriftstellerin, die versucht die Wahrheit hinter einer literarischen Figur herauszufinden.
00:02:44: Aber die Suche, die sie dann beginnt führt sie nicht nur zu dieser Frau nach der sie sucht sondern auch zu sich selbst.
00:02:52: Ein sehr langer Satz aber gut gelöst die Aufgabe!
00:02:56: Das ist gerade schon gesagt.
00:02:57: Am Anfang steht die Geschichte einer Frau, einer Schriftstellerin mit einer Schreibblockade.
00:03:02: Ellie zieht es in den Wald weil sie in Ruhe arbeiten will und dort findet sie ein neues Thema was sie dann nicht mehr loslässt.
00:03:09: Ist das auch deine Erfahrung als Schriftstellerin?
00:03:11: Dass so ein Szenenwechsel irgendwie weiter hilft wenn man nicht mehr schreiben kann?
00:03:16: Ja, ich kenne das gut.
00:03:18: Ich kenne sehr gut diese Ausweichbewegung, die man häufig macht, dass man sich einredet – ich brauche die und die Bedingungen, ich brauch das Häuschen mit dem Blick aufs Meer oder ich braache dieses besondere Café in dem ich sitzen kann oder die Fenster müssen geputzt sein.
00:03:33: und ich weiß aber auch mittlerweile, dass das tatsächlich meistens Vermeidungsverhalten ist man sich aus welchen Gründen auch immer eben nicht traut, mit der Arbeit anzufangen.
00:03:46: und bei der Ellie ist es auch so sogar sehr extrem.
00:03:51: Die hat ja noch ganz andere Probleme vor denen sie versucht zu fliehen.
00:03:56: also sie ist ja gerade wirklich in mehreren Krisen und dass die sich in diesen Wald zurückzieht ist eigentlich tatsächlich eher ein Fluchtimpuls v.a von ihr.
00:04:06: Warum war es wichtig für dich gerade diese Flucht oder diese Entfremdung auch von der Gesellschaft zum Ausgangspunkt deines Romans zu machen?
00:04:14: Ja, ich wollte und musste die Ellie unbedingt an einen Ort bringen, an dem sie so ganz auf sich selbst zurückgeworfen ist.
00:04:22: Da war der Wald ideal, der ist auch ideal aus anderen Gründen über die wir vielleicht ja auch noch sprechen werden.
00:04:27: aber genau Sie sollte in einer Umgebung sein wo sie sich eben nicht zu leicht ablenken kann denn sie ist so ein Mensch, sie ist eine Verdrängerin, sie isst so eine die schnell bei wenn Probleme auftauchen abschaltet gar nicht so zu sich durchdringen lässt und genau.
00:04:47: Und ich wollte sie eben an diesen Ort bringen, wo sie diese Ausweichbewegung nicht so leicht machen
00:04:53: kann.".
00:04:55: Sie findet dann ja ihre Geschichte also eine neue Geschichte?
00:04:58: Und die Geschichte findet sie in der Vergangenheit – in der Erinnerung an ihrer eigene Kindheit auch an den Schmerz, den sie mit sich herumträgt aber auch in den Märchen ihrer Babitschka.
00:05:09: Was würdest du sagen, wirken diese alten Geschichten wie so eine Art Katalysator um auch an eigene Traumata heranzukommen?
00:05:17: Also in dieser Geschichte habe ich das auf jeden Fall so vorgesehen.
00:05:20: Dass die Märchen oder diese alten doppelt auf die Alli ein.
00:05:26: Zum einen eröffnen sie überhaupt so einen Raum, einen Zugang zu verschütteten eigenen Geschichten.
00:05:33: also sie lässt ja so ein bisschen die Victorka vorangehen und dann rutscht halt der ganze Rest auch so unauffaltsam nach und dann muss ihr auch irgendwann später im Buch durch eine Prüfung hindurch dir auch an Märchen erinnern soll Da dieses Motiv ja auch häufig vorkommt, jemand wird auf die Probe gestellt und kommt transformiert verändert wieder aus dieser Prüfung heraus.
00:05:58: Und da muss die Ellie durch.
00:06:02: Jetzt hast du gerade schon die Figur der Victorka erwähnt, die ist ja für den Verlauf der Geschichte essentiell.
00:06:09: Ellie kennt sie erst nur als Illustration aus den Märchenbüchern ihrer Großmutter.
00:06:13: Später hat sie dann Visionen von ihr im Wald und Victorka ist ja auch der Grund warum Ellie schließlich diese Reisen nach Tschechien antritt um sich eben mit ihrem Leben zu beschäftigen.
00:06:24: weil ich kann es nur noch einmal für die Hörer und Hörerin erläutern wer Victorka eigentlich is'.
00:06:29: Ja, sehr gerne.
00:06:31: Wiktorke ist eine literarische Figur oder so denkt es Eli eben lange, eine Figur aus einer Novelle von Bozhenan Jemzova – das ist die Großmutter, Großmüttechen kann man es am besten übersetzen Babitschka.
00:06:47: Das sind Tschechien ein wirklich wahnsinnig weit verbreiteter viel gelesener Roman.
00:06:56: Eigentlich sind dort alle Menschen freundlich.
00:06:58: Probleme, wenn welche auftauchen werden schnell gelöst.
00:07:01: Einzig die Wiktorka ist so eine düstere rätselhafte Gestalt.
00:07:07: Sie wird gezeigt als junge Frau der eines etwas zugestoßen ist woraufhin sie vermeintlich den Verstand verliert.
00:07:15: also sie wird zu verrückten erklärt und sie lebt auch jenseits der Dorfgemeinschaft alleine im Wald.
00:07:26: Das muss ich vielleicht auch noch dazu sagen, es wird hier irgendwann ein schweres Verbrechen angelastet.
00:07:30: Sie stirbt als junge Frau in diesem Buch und das kommt so ein wenig als Erlösung aber auch als gerechte Strafe für dieses Verbrechens rüber.
00:07:41: Inzwischen weiß man aber, dass es die Wiktorka wirklich gegeben hat.
00:07:45: Dass diese literarische Figur ein echtes Vorbild hatte und Bojna sich eben sie auch als Vorbild genommen hatte für diese Geschichte ... Der wahren Victorker hat ganz anders verlaufen als es im Buch geschildert wird.
00:07:59: Allein das Verbrechen hat sich anders dargestellt, die Gründe für diese vermeintliche Verrücktheit waren andere.
00:08:05: und was ich besonders faszinierend finde, Ellie übrigens, deine Frau Mann auch ist die Tatsache dass Victorcker eben nicht früh gestorben ist sondern dass sie bis ins sehr hohe Alter von seventy sechs Jahren wirklich in diesem Wald gelebt hat.
00:08:19: Also mehr als ein halbes Jahrhundert hat sie in den Wäldern einer bestimmten Gegend verbracht.
00:08:24: und das ist eben auch, als Ellie das herausfindet, in meinem Roman stößt diese Recherche an die sie dann beginnt weil sie mehr herausfinden möchte über das wahre Leben von Victorka.
00:08:38: Die Geschichte von Victorker ist ja auf eine Art doch sehr aktuell.
00:08:41: Also ich habe beim Lesen gedacht, da spielen sich ja alle mögliche Motive ab.
00:08:46: Die wir heute auch noch aus dem Diskurs so um Weiblichkeit und Männlichkeit kennen.
00:08:50: Ja also gesellschaftliche Erwartungen an Frauen, mesogühne Zuschreibungen übergriffiges Verhalten von Männern, auch Konzepte wie Stalking kommen eigentlich darin vor.
00:09:00: hat sich denn seit eighteen fünfzig nichts verändert?
00:09:03: Ich muss ganz ehrlich sagen, ich kenne die Geschichte als Kind gelesen und ich hab sie dann immer wachsenden Alter wiedergelesen.
00:09:10: Ich war wirklich bestürzt darüber, wie aktuell und gegenwärtig sich diese Geschichte gelesen hat.
00:09:18: Besonders der Teil in dem es darum geht – Victorka wird von einem Mann verfolgt, er ist überall auf den Fersen, sie ist schon sehr ängstlich verzweifelt, sie teilt es auch ihrem Umfeld mit ihren Freundinnen anderen Menschen Wirklich genau so, wie man das aus heutigen Geschichten kennt.
00:09:36: Die Wiegeln absagen übertreibst du nicht vielleicht ein bisschen?
00:09:39: Sie sagen ihr auch mach ihm doch mal eine Ansage.
00:09:43: warum lässt du das überhaupt zu?
00:09:45: also sie geben ihr auch schon die Verantwortung
00:09:47: dafür.
00:09:47: und
00:09:48: ja absolut Und auch schon der Klassiker taucht auch auf Mensch.
00:09:52: kannst du dir nicht einfach ein bisschen was Anständigeres anziehen wenn du raus gehst?
00:09:56: Also sie findet einfach kein Gehör.
00:09:58: irgendwann eskaliert die Situation denn ja auch und selbst da Geht dieses Victim Blaming auch weiter, weil ihr auch daran eine Mitschuld gegeben wird oder eine Mitverantwortung.
00:10:09: Sie hat sich eben nicht gut genug gewährt.
00:10:12: Sie hatte diese Situation mit heraufbeschwonnen und irgendwie hat sie es doch bestimmt gewollt.
00:10:19: Es ist wirklich erschütternd.
00:10:22: Ja auf jeden Fall.
00:10:24: Und es macht auch wütend.
00:10:25: ehrlich gesagt ja!
00:10:27: Warum war es dir denn so wichtig die Verbindung zwischen den Frauen lieben damals und heute?
00:10:31: darzustellen.
00:10:32: Es ist auch eine Entscheidung, so eine Geschichte sich zu
00:10:35: wählen.".
00:10:36: Ja eigentlich war es schwierig diese beiden Frauen überhaupt in Verbindung zu bringen und ich glaube die Verbindung, die ich am meisten zwischen ihnen sehe das ist dieses Außenseiter-Tum.
00:10:45: beide Frauen sind Außeseiterin Aber sie sind es wirklich auf eine sehr unterschiedliche Art und Weise.
00:10:52: Bei der Wiktorke ist das ein Außenseiter-Tum, was wirklich von der Gesellschaft angetan wird, hergestellt wird gegen sie gerichtet ist.
00:11:01: Und die Ellie ist ja mehr in dieser Außeseiterposition weiß ich sich auch... Ein wenig selbst dazu macht.
00:11:10: Sie kapselt sich ja sehr ab, um Schmerz zu vermeiden ist eigentlich ein ganz klassisches Schmerzwermeidungsverhalten das sie an den Tag legt.
00:11:19: aber dadurch schneidet sie sich von Menschen ab und auch von ihren Gefühlen.
00:11:24: also sie verliert Verbindungen durch dieses abgeschnitten sein.
00:11:28: Und dann fand ich spannend aber beiden Frauen auch Erlösung zu geben In beiden Fällen dadurch, dass die Wahrheit erzählt wird.
00:11:38: Einmal für die Victorker, dass ihre wahre Geschichte tatsächlich offenbart wird und die Ellie muss es in ihrem Fall selbst tun.
00:11:45: Die muss sich irgendwann trauen, ja ihren eigenen Gespenstern ins Auge zu blicken und auch ihre wahrgeschichte zu erzählen.
00:11:57: Kann sie denn Ihre eigene Geschichte eigentlich nur entschlüsseln weil Sie auf Victorker trifft?
00:12:01: Ja unbedingt!
00:12:03: Sie macht sich ja auf einer Reise in ihrer frühere Heimat, weil sie eigentlich eben der Geschichte von Victor Cania kommen möchte.
00:12:13: Es wird dann wie gesagt auch eine Reise zu ihr selbst aber sie hätte diese Reise nie für sich selbst angetreten.
00:12:20: Sie brauchte sozusagen diesen Anstoß oder sie brauchte diesen Vorwand das hier etwas herauszufinden versucht über eine andere Frau.
00:12:29: Für sich selbst hätte sie das nicht gemacht, deswegen ist Victorka eigentlich ein Anlass und sie ist sehr lange auch in Victorkas Geschichte ja auch gefangen und hat das Gefühl ich recherchiere doch nur zu ihr und dann stellt sich mehr und mehr heraus dass das auch alles etwas über sie offenbart.
00:12:49: Ich habe das Buch so gelesen, dass Victorkers vermeintlicher Wahnsinn Eine Reaktion auf das Leben in der Misogynengesellschaft ist, also durch die Entscheidung, in den Wald zu gehen.
00:13:02: Wird sie zwar als Person randständig, erlangt aber auch eine Form von neuer Freiheit und kann sich eben auch befreien vom gesellschaftlichen Zwingen?
00:13:11: Hab ich das richtig gelesen, war das so intendiert?
00:13:14: Das ist von mir so intendierend, aber ich muss an dieser Stelle auch sagen dass es Vermutungen und Spekulation von mir sind.
00:13:22: Es ist leider so.
00:13:25: Niemand wird es mehr herausfinden können, wie Victor Kass' Geschichte wirklich verlaufen ist.
00:13:29: Man kann eben nur ein paar Anhaltspunkte und Überlieferungen an Daten, die noch bekannt sind hinzuziehen und darauf basierend versuchen sich ein etwas realistisches Bild von ihr zu machen.
00:13:40: Ich bin in diesen Wäldern gewesen, in denen sie gelebt hatte.
00:13:44: ich bin da sehr viele Strecken abgelaufen, die sie auch gelaufen sein muss einwirken lassen, was da einfach so geweckt wurde.
00:13:56: Und ich habe es mir versucht, so gut wie möglich vorzustellen, wer das für sie gewesen sein muss.
00:14:02: Sie war ja zwar sehr nah an ihrem Heimatdorf – sie hatte die Leute aus dem Wald heraus wirklich sehr gut im Blick ihre Familie verwandte aber sie war trotzdem weit weg und mein Gefühl war ... Ja, ich hoffe dass ist richtig!
00:14:17: Mit Sicherheit war diese Ausschluss aus der Gesellschaft wahnsinnig schmerzhaft.
00:14:21: Andererseits war sie auch entbunden von sehr vielen eng gestrickten Regeln und diesem Korsett, was gerade Frauen auferlegt war zu dieser Zeit.
00:14:32: Und natürlich auch von harten bäuerlichen Arbeit – ich glaube schon dass der Gewinn wenn Sie einen machen konnte auf jeden Fall auch diese Freiheit gewesen ist.
00:14:42: Sie konnte ihren Tag selbst gestalten und konnte ein freies Leben führen!
00:14:50: Das habe ich auch versucht, genau.
00:14:51: Ich hab da so etwas Widerständiges gesehen und das wollte ich ihr auch unbedingt zuschreiben weil sie ist ja in der Wahrnehmung auch seit Jahrzehnten einfach ein wahnsinniges Opfer und ich hatte dort als ich vor Ort war wirklich ein anderes Gefühl dass ihr Leben vermutlich eine ganz andere Haltung gehabt hat.
00:15:11: Also ich meine, du hast vorhin schon gesagt über fünfzig Jahre in diesen Wäldern gelebt.
00:15:14: Du musst dich ja bestimmte Skills oder Überlebstechniken angeeignet haben.
00:15:19: Das hat ja schon irgendwie auch was sehr... Empowerndes und auch nie sozusagen zurückzukriechen.
00:15:24: Also sagen, komm nehme ich
00:15:25: doch wieder
00:15:26: in die Gemeinschaft auf sondern wie du sagst hat eben was sehr Widerständiges und auch was sehr feministisches.
00:15:31: Und das wollte ich hier unbedingt zurückgeben in dieser Geschichte?
00:15:34: Jetzt finden ja sowohl Ellie als auch Victorka ihre Freiheit im Wald.
00:15:38: wieso ist denn gerade der Wald der richtige Ort um sich selbst zu finden?
00:15:43: also Ich glaube Er ist es für diese Geschichte.
00:15:46: Der Wald musste sein, allein eben weil die Victorka so eine lange Zeit darin verbracht hatte, weil er mir auch ideal erschien wie ich eingangs gesagt hatte, die Alli dort hinein zu versetzen.
00:15:59: Ich muss ganz ehrlich sagen, für mich selbst ... Ist das nicht unbedingt?
00:16:08: Ich finde den Wald wirklich düster und unheimlich!
00:16:11: Ich bin schon auch gerne im Wald auf einer Forststraße bei Tageslicht.
00:16:16: Aber ich kenne das, dass wenn ich tiefer hineingerahnte vielleicht auch die Orientierung verliere und ich kriege dann wirklich sehr schnell so eine archaische Angst, in der ich nichts machen kann.
00:16:32: als ich das Buch angefangen habe zu schreiben.
00:16:34: Ich hoffe, ja!
00:16:35: Ich will dann wirklich rennen, ja?
00:16:38: Und ich hab lange kokettiert, als ich angefangen hab, das Buch zu schreiben – ich will auch mal mindestens eine Nacht im Wald verbringen und ich hab's ehrlich gesagt nicht geschafft.
00:16:47: Ich schaff es nicht diese Angst die mich dann überkommt sobald es dunkel ist, wirklich stockfinster und jedes Geräusch irgendwelche anderen Vorstellungen hervorruft was da sein könnte, dann muss sich daraus größer meine Faszination und Bewunderung für die Victorka, die das eben mehr als ein halbes Jahrhundert lang geschafft hat in diesen Wäldern zu leben.
00:17:14: Was mir echt gut gefallen hat, ist wie das Buch das Thema kulturelle Identität auch verhandelt hat.
00:17:19: Also die Hauptfigur darf beispielsweise in Tschechien in Lischke heißen was ihr wirklicher Name ist.
00:17:25: In Deutschland wird sie auf dem Standesamt einfach zu elli gemacht ja so als wäre ihre wahre Identität in Deutschland irgendwie nicht zumutbar und es gibt mehrere solche Stellen im Buch wo eben auch das Thema Identität verhandeln wird.
00:17:40: Zum ersten Mal hört ihr Lischke ihren echten Namen erst wieder, wenn sie dann wirklich in Tschechien angekommen ist.
00:17:44: In diesem sogenannten Großmutter-Tal und von den Betreibern einer Pension mit ihrem Gewurznamen, sag ich mal angesprochen wird.
00:17:52: Tritt Ellie denn mit der Fahrt nach Tschechien auch eine Art Selbstfindungs oder Versöhnungsreise mit ihrer Identität an?
00:17:58: Ja das würde ich schon unbedingt sagen.
00:18:02: Ich finde es auch schön, dass du diese Namensgeschichte ansprichst.
00:18:05: Es ist wirklich wichtig und zugegebenermaßen schöpfe ich da auch aus eigenen Erfahrungen denn bei mir ist das auch so gewesen mein Name wurde auch angepasst wird nicht mehr so geschrieben wie er ursprünglich gemeint war und ich bin damit aber auch nicht alleine.
00:18:21: Das ist durchaus eine sehr gängige Praxis.
00:18:24: Ich weiß nicht ob heute immer noch aber gerade bei den Späten aus die Landen in den achtziger neunziger Jahren war es wirklich üblich bei der Einbürgerung, die Namen angepasst hat.
00:18:34: Da wurden aus sehr vielen Jefgenis Eugen aus Pavel wurde Paul Elisabethas wurden zu Elizabeth.
00:18:42: also das ist wirklich sehr sehr viele Menschen passiert und ich verstehe einerseits auch den Gedanken dahinter man wollte es den Menschen auch leicht machen, sich in der Gesellschaft anzupassen.
00:18:55: Ja genau schwierig dass das eine positive Lesung hat.
00:18:59: aber man weiß auch sehr genau heute dass das psychologisch wirklich fatal war weil das dazu ja zu noch mehr Entfremdung führt von sich selbst von seinen Ursprüngen Aber auch wirklich Identitätskrisen noch schärft.
00:19:19: Und ja, ich kenne dieses Gefühl wenn ich plötzlich in Tschechien bin und dann wieder jemand meinen Namen so ausspricht wie er eigentlich gemeint ist da wird wirklich etwas In einem berührt.
00:19:32: Das das ist richtig schön es tut richtig gut dass es was sehr Vertrautes und Schönes mehr.
00:19:37: und da merkt man erst dass man in meinem Fall zum Beispiel seit vierzig Jahren ohne das lebt.
00:19:42: Ja Ja, es ist wirklich ganz interessant auch wie Elis Mutter ja zum Beispiel sich komplett abwendet von der tschechischen Kultur und aufhört tscheche Gerichte zu kochen.
00:19:53: Plötzlich macht sie dann irgendwie immer nur noch geschnetzeltes und Maultaschen usw.
00:19:59: Und auch Elis setzt das selber mit ihrer eigenen Tochter vor, der sie kein Wort Tschechisch mehr beibringt was eigentlich total fatal ist.
00:20:07: Also
00:20:08: wirklich ein tolles Buch.
00:20:09: Jetzt teilst du ja mit Ellie auch diese tschechisch-deutsche Identität, wie war es denn für dich?
00:20:14: Dich zum ersten Mal Tschechien so literarisch zu widmen.
00:20:18: Ich glaube das war überfällig für mich.
00:20:20: Es war sehr intensiv und berührend.
00:20:25: Es hat auch schmerzhaft viel mit mir gemacht.
00:20:28: Und für mich ist es tatsächlich überhaupt erst ein Zugang geworden, dass ich mich dieses Thema angenommen habe.
00:20:35: Ich hab mich das auch lange nicht getraut.
00:20:37: Jetzt hatte ich eigentlich ähnlich wie die ELE auch einen Motiv, das endlich zu tun.
00:20:41: Ich habe auch sehr viel mehr recherchiert als jetzt eingangendes Buch.
00:20:48: gefunden hat.
00:20:49: Vielleicht steckt es zwischen den Zahlen doch noch drin, aber das ist dann auch ein bisschen eskaliert durchaus irgendwie diese Recherche oder was ich versucht habe auch über dieses Land herauszufinden ja und das ging mir schon arg unter die Haut sehr oft weil die Geschichte Tschechens oder der ehemaligen Tschechoslowakei wirklich auch sehr tragisch war über Jahrzehnte sehr schmerzhaft für die Menschen die dort leben mussten.
00:21:16: Aber ich bin froh, dass sich das alles jetzt auch weiß und mir das auch wieder angeeignet habe.
00:21:23: Ja, und überfällig ist es auch, dass wir jetzt einmal rein hören in das Buch im Licht des neuen Tages.
00:21:28: Jaka du hast eine Textstelle mitgebracht?
00:21:30: Worum geht es denn?
00:21:32: Wir lernen an der Stelle Ellie Cannon Es ist noch recht am Anfang des Romans.
00:21:38: Wir bekommen mit wie sie ihr Häuschen im Wald findet warum sie sich da so schnell niederlässt und auch eine erste Begegnung in Anführungszeichen mit Victor
00:21:48: gehabt.
00:21:48: Super, du nimmst es also mitten den Wald?
00:21:51: Liebe Hörerinnen, viel Spaß beim Zuhören!
00:22:16: Irgendwann folgte ich dem Navi mit dem Gefühl, dass der Weg nicht richtig sein konnte.
00:22:21: Er wurde buckliger und schmaler in der Mitte wuchs eine Grasnarbe und er führte so nah an den Bäumen entlang das manche Äste des Autodach oder die Fenster streiften Mit deinem Geräusch als würde etwas aufgerissen.
00:22:37: Irgendwand stoppte ich abrupt weil ich das Gefühl hatte da zu sein.
00:22:41: Ich stieg aus dem Auto und sah es tatsächlich.
00:22:45: Das Haus stand auf einer kleinen Lichtung, als gleich mehr eine einfachen Hütte wie ein Kind sie zeichnen würde.
00:22:52: Ein Rechteck aus Holz mit spitzen Dach, auf dem einen dünner Schornstein saß.
00:22:58: Aus dem Schornstein stiegen gemächlich Rauchschwaden in den blassblauen Himmel.
00:23:03: In etwas Abstand zum Haus standen die Bäume in lockerer Reihen außer auf der Rückseite.
00:23:09: dort wuchsen sie dicht und ineinander verschränkt beinahe wie etwas Dunkeles Organisches.
00:23:15: Das war damals das Einzige, dass etwas unwohl sein in mir auslöste.
00:23:19: Aber ich musste diesen unwegsamen Teil des Waldes ja nicht betreten, redete ich mehr ein.
00:23:25: Vorland der Verpächter verstand es außerdem mir das Haus schmackhaft zu machen!
00:23:30: Er trug eine Kargehose, ein grünes Hemd unter einer Weste mit vielen Taschen und auf dem Kopf einen kleinen Hut.
00:23:37: Vermutlich war er Jäger?
00:23:40: Das reimte ich mir jedenfalls zusammen, denn er hielt sich mit Persönlichem zurück und ich fragte nicht nach um Gegenfragen zu vermeiden.
00:23:48: Einzig beim Wald war er ins Reden gekommen.
00:23:51: Er führte mich herum und sagte dass wir uns in einem Hutewald befanden oder vielmehr einem Relikt davon Und weil er mir ansah, das ich keine Ahnung hatte was er meinte erklärte er es mir.
00:24:04: Es stützte sich dabei auf einen lang glatt geschliffenen Ast eine Art Wanderstock- oder Hirtenstab.
00:24:11: Hute oder auch Hude des Leites sich von Hut dem Hüten ab, sagte er.
00:24:16: Denn genau das hätte man früher in diesen Wäldern getan, Tiere gehütet.
00:24:20: Statt Roden ließ man sie dort weiden – Kühe, Schweinepferde Sie fraßen Bucheckern Eicheln, Pilze aber auch die Baumtriebe und Schösslinge.
00:24:31: So entstanden lichte Wälden mit wenig Unterwuchs und großkronigen alten Bäumen.
00:24:39: Während der Besichtigung war der Wald ganz still gewesen, auch deswegen hatte ich so schnell zugeschlagen.
00:24:45: Ich hätte ahnen können, dass das nicht so bleiben würde.
00:24:48: Damals war Februar gewesen und der Wald hatte sich noch in Winterstarre befunden.
00:24:53: doch schon wenige Wochen nach meinem Einzug erwachte er mit einer beinahezügelosen Lebendigkeit mit, die ich nicht gerechnet hatte.
00:25:03: In den Baumkronen saßen plötzlich unzählige kleine Vögel, die voller Übermut Trelladen sangen.
00:25:09: Ja beinah kreischten!
00:25:10: Als wäre der Winter von ihnen abgefallen wie eine eisene Klammer.
00:25:15: Am frühen Morgen, wenn das Licht durch die Zweie gebrach, fiel es in dunstigen blassgelben Streifen auf dem Moosboden und weckte Tag für Tag auf was sich im Spätherbst darin eingegraben und verborgen hatte um dann an Ort und Stelle zu erstarren.
00:25:33: Mir fiel ein, wie ich vor Jahren mit klarer für Biologie geübt hatte und wie mich die Details, die ich aus meiner eigenen Schulzeit gar nicht mehr erinnert hatte seltsam erschaudern ließen diese Vorstellung dass ein Lebewesen alle Lebensvorgänge derart reduziert.
00:25:48: erst den Arten dann die Muskelbewegung.
00:25:52: Bei Fröschen lässt sich während der Kälte starre gar keine Hirnaktivität mehr messen.
00:25:56: ihr Herz schlägt dich auch.
00:25:58: kein anderes Organ arbeitet mehr.
00:26:01: Die Augen.
00:26:01: allerdings behalten sie offen.
00:26:04: Ich begriff es nicht, jeder Definition nach waren Sie doch tot!
00:26:08: Aber nein, wenn die richtige Zeit gekommen war wachten die Tiere einfach wieder auf.
00:26:14: So wie jetzt?
00:26:15: Wie auf ein geheimes Zeichen war auf einmal alles Rege – Die braunen Buckel an den ersten Platz und das Grün stieß heraus.
00:26:22: blätternd rollten sich Die Brombehecke, die mir beim Einzug als graues Verdortes durcheinander aufgefallen war, dass ich bald entfernen wollte, schien mit einem Mal voller Saft biegsam und vital.
00:26:36: Man konnte beinah zu sehen wie die Triebe täglich länger wurden und sich auf das Haus zuzubewegen schienen.
00:26:44: Ich konnte das Gewimmel dieser plöstliche Geschäftigkeit des Gegriechers und Gerenne das Anschwellen und sie streckende Wurzel und Äste um mich herum förmlich
00:26:51: spüren.
00:26:52: Ich schloss die Fenster, zog die Rollläden herunter knipste Lampen an und nahm doch mit jeder Faser wahr wieder draußen alles mit blinder lustvoller Eile-und Dringlichkeit herausdrieb wie es mich ablenkte.
00:27:05: Wie es mich anstecken und aus dem Haus locken wollte.
00:27:09: Damit ich hin sah, es atmete anfasste damit ich es bestaunte und bewunderte.
00:27:15: Selbst drin – und von
00:27:16: allem
00:27:17: abgeschottet war mir als würde etwas an mir ziehen und
00:27:20: zerren.".
00:27:22: Aber ich widerstand, schließlich war ich zum Schreiben her.
00:27:27: Ich plagte mich schon ungewöhnlich lange mit dem Manuskript herum – ich war im Verzug noch nicht dramatisch aber der Abgabetermin rückte näher.
00:27:35: Von jetzt an würde ich mit eisener Disziplin arbeiten, es sollte mein bestes Buch werden das alle überzeugte.
00:27:43: Deshalb richtete ich mich nur notdürftig ein.
00:27:45: die meisten Dinge liest sich zunächst in Kartons.
00:27:48: sie hatten gerade einfach keine Priorität.
00:27:52: Priorität hatte der Schreibtisch.
00:27:55: Zu meinem Ärger hatte ich vergessen, den Möbelpackern rechtzeitig zu sagen, dass einige Stücke ins Dach geschossen mussten.
00:28:02: Also wuchtete ich den Schreibtische allein und trotzig hinauf.
00:28:05: dann genau das war ich alleine und trotzig.
00:28:10: Die Treppe war schmal und ich schlug eine hästliche Macke in die Wand.
00:28:13: Ich ärgerte mich darüber aber noch viel mehr, ärgert sich mich über mich selbst.
00:28:19: Jan würde mit dem Kopf schütteln, wenn er jetzt hier wäre.
00:28:21: Warum lässt du den nicht helfen, Ellie?
00:28:24: Hörte ich ihn förmlich.
00:28:26: Jetzt steht der da ja, mutte ich vor mich hin.
00:28:28: Dann hatte ich den Schreibtisch betrachtet.
00:28:31: Er fügte sich perfekt an genau diese Stelle.
00:28:34: Durch das kleine Fenster fiel ein Rechteck aus Licht auf die Mitte des Schreibtishplatten und ich fühlte wie sich eine kleine Welle etwas dusseligen Glücks in mir
00:28:42: erhob.".
00:28:44: Alles was ich erreichen wollte, was ich mir erhoffte war mir in diesem Moment machbar und einfach vorgekommen.
00:28:51: So wie sich eben alles leicht und machbar anfühlt solange man es sich nur vorstellt.
00:28:58: Dann begann ich wirklich mit der Arbeit und die kleine Welle des Glücks schlug an Land auf und versickerte.
00:29:04: Die Geschichte, die ich entworfen hatte klang konstruiert und unglaubwürdig.
00:29:08: Jeder Satz den ich schrieb fühlte sich falsch an.
00:29:11: Stunden flossen dahin wie Minuten ohne jedes Ergebnis, alles war ermüdend und schwer um zum Verzweifeln.
00:29:18: Riesige Angst befiel mich und wurde jeden Tag größer.
00:29:21: ausgerechnet jetzt wo ich meine Fähigkeiten so dringend braucht erschienen sie mich verlassen zu haben.
00:29:27: Es kam mir vor wie ein Fluch.
00:29:30: Ich hatte die Einsamkeit gesucht um etwas Großes zu erreichen aber gefunden hatte ich nur Gespenster!
00:29:37: Ich hatte Victorker gefunden.
00:29:40: Das erste Mal sah ich sie während meiner täglichen Runde.
00:29:44: Eine stundenzügiges Gehen ist Pflicht für mich, man rostet sonst so schnell ein und bekommt einen runden Rücken wenn man zu viel am Schreibtisch sitzt.
00:29:53: Hier im Wald nahm ich immer den gleichen Weg einer verwachsene Forststraße.
00:29:57: Dort wo sie eine erste Biegung macht lag rechter Hand ein mächtiger zerklüfteter Baumstamm einer von vielen.
00:30:05: Ich folgte der Biegungen des Weges Und da sah ich Victorka auf einem vermosten Baumstam sitzen.
00:30:12: Sie schaute hinunter zu ihren Beinen, die sie baumen ließ.
00:30:16: Dann hob sie den Blick und sah mich direkt an aus Augen wie Kohlen.
00:30:21: Diese Beschreibung über sie fiel mir direkt ein Und es war erschreckend Wie sehr sie zutraff.
00:30:27: Ich ging weiter etwas kopflos Etwas eiliger Und als ich den Teil des Waldes erreicht hatte An dem er's rechts und links Des weges sumpfig ist, sah' ich sie wieder Durch den Schlamm wartend Der ihr bis zu den Waden reichte.
00:30:41: Diesmal sah sie mich nicht an.
00:30:43: ihr Kopf war gesenkt, als würde sie in dem schmerzenden Moder nach etwas suchen.
00:30:48: Sie hatte ihr Kleid geraft und schien ach zu geben,
00:30:51: dass es nicht
00:30:51: schmutzig wurde.
00:30:53: Auch als ich schon vorbei war – also ich schon lange, lange an ihr vorüber war – hatte ich das Gefühl, dass sie noch immer dort war und dass sie mir nachsah.
00:31:02: Ich ging zurück zum Haus und versuchte an etwas anderes zu denken.
00:31:08: Aber wie das so ist mit solchen Versuchen, jeder Gedanke führte mich zurück zu ihrem Bild und mit jedem Gedanken wurde es präsenter.
00:31:17: Deshalb beschloss ich irgendwann das Gegenteil zu tun Und ich denke dass es genau das war was Victorka wollte Ich beschlos nach ihr zu suchen.
00:31:30: Sie hörten einen Auszug aus im Licht des neuen Tages dem neuen Buch von Jakar Kubsova erschienen im Verlag Esfischer.
00:31:37: Das Buch ist ab sofort im Handel und online erhältlich.
00:31:40: Liebe Jaka, schön dass du da warst hat mir viel Spaß gemacht!
00:31:43: Ich habe mich sehr gefreut.
00:31:44: vielen
00:31:56: Dank!
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