ZEIT für Literatur mit Vanessa Göcking

Shownotes

Amanda ​Eleon​ore ​​Atkins ist eine Londoner Zollbeamtin, die ihr Leben nach strikten Regeln lebt und sich selbst keine Ausreißer erlaubt. Doch als sie eines Tages in einen verborgenen Leseraum ihrer Stamm-Bibliothek geführt wird, gerät ihre geordnete Welt ins Wanken. Gemeinsam mit ​​dem Aushilfsbibliothekar​​ H​enry​​​​​ Brown​​, Schülerin Xiao Mei ​Smith ​und dem geheimnisvollen Bibliotheksbesucher Robert Joy muss sie sich hier, an diesem magischen Ort, ihren Erinnerungen, Ängsten und tiefsten Sehnsüchten stellen. Endlich Hoffnungen, Emotionen und Träume zulassen – und auch ihre strikte Lebensführung grundsätzlich hinterfragen. Klingt irgendwie magisch? Ist es auch.

In dieser Folge von ZEIT für Literatur liest Vanessa Göcking aus ihrem neuen phantastischen Roman „Ms Atkins und die Bibliothek der Träume“. Im Interview spricht sie unter anderem über ihre Liebe zu alten Bibliotheken, den Mehrwert der Magie im sonst so ernsten Leben und ihre Doppelrolle als Autorin und Verlegerin.

Die Podcast-Folge wurde im Auftrag des Vani Verlags vom Studio ZX produziert.  

Redaktion und Moderation: Mae Becker   Aufnahmeleitung und Postproduktion: Jonas Ross   Redaktionelle Mitarbeit: Malin Bokel

Transkript anzeigen

00:00:04: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Zeit für Literatur.

00:00:08: Zeit for Literatur ist ein Podcast, bei dem Autorinnen und Autore nicht schreiben sondern vorlesen – und zwar aus ihren neuen Romanen und Büchern!

00:00:16: Ich bin Mae Becker produziert mit der Podcast vom Studio ZX.

00:00:24: Sie hören einen Podcast über Bücher Ich vermute mal, weil sie selber gerne lesen sich gern in die Geschichten anderer Menschen fallen lassen oder weil sie sich in den Kopf einer Autorin oder eines Autors begeben wollen der oder die sich eine besondere Welt ausgedacht hat.

00:00:40: In Geschichten zu schwelgen das macht etwas mit uns.

00:00:43: es regt unsere Fantasie an schärft unsere Empathie erweitert unser Wissen und lässt uns träumen.

00:00:50: In Miss Edkins und die Bibliothek der Träume von Vanessa Gökking erschienen im Varni-Verlag dreht sich der Spieß allerdings um.

00:00:58: Hier besuchen Menschen eine Bibliothek, aber nicht um sich in die Geschichten anderer Personen einzufühlen – nein sie selbst träumen!

00:01:05: Und fühlen so stark dass ich die Seiten Lehrerbücher mit ihren Geschichten füllen.

00:01:10: Klingt magisch?

00:01:12: Ist es

00:01:12: auch?!

00:01:13: Protagonistin Amanda Adkins ist eine Londoner Zollbeamtin, die ihr Leben nach strikten Regeln liebt und sich selbst keine Ausreise erlaubt.

00:01:22: Doch als sie eines Tages in einen verborgenen Leseraum ihrer Stammbibliothek geführt wird, gerät ihre geordnete Welt in Zwanken.

00:01:31: Gemeinsam mit drei weiteren Figuren muss sie sich hier an diesem magischen Ort ihren Erinnerungen engsten und tiefsten Sehnsüchten stellen – endlich Hoffnungen, Emotionen und auch ihre strikte Lebensführung grundsätzlich hinterfragen.

00:01:46: Vanessa Gökhing hat ein Buch geschrieben, in dem Geschichten Leben verändern können – Ein Buch voller Magie und Mut!

00:02:05: Heute ist die Autorin und Verlegerin dieses magischen Romans bei mir zu Gast.

00:02:09: Hallo Vanessa, schön dass du da bist.

00:02:11: Vielen Dank das ich hier sein darf.

00:02:13: Ich freue mich drauf.

00:02:14: Vanessa, die erste Frage in unserem Podcast ist immer dieselbe.

00:02:18: Wie würdest du deinen Roman Miss Edkins und die Bibliothek der Träume in nur einem Satz zusammenfassen?

00:02:24: Ja das ist gar nicht so einfach.

00:02:26: Glücklicherweise bin ich ein großer Fan von Schachtel setzen!

00:02:31: Insofern versuche ich es mal.

00:02:33: Miss Edgins und Die Bibliothek Der Träime ist eine zauberhafte Geschichte über Amanda Eleanor Edkins unterschiedlicher wirklich nicht sein könnten und die dennoch zwei wesentliche Gemeinsamkeiten verbinden oder dadurch verbunden sind.

00:02:52: Sie alle haben Zugang zu diesem magischen Leseraum und den anschließenden Traunkorridoren, und sie alle tragen ein Leid in sich – einen tiefen Schmerz, den sie durch die Bibliothek vor allem jedoch durch ihre Freundschaft lindern.

00:03:08: Toller Schachtelsatz, wirklich.

00:03:09: Hast du gut gelöst?

00:03:11: Ich habe im Intro ja schon gesagt der Hauptspielort des Buches ist eine erst mal ganz normal anmutende Bibliothek die Lady Of Elia Herring Day Library in London In der sich aber eben dieser geheime und magische Lesesei befindet.

00:03:25: Wie bist Du auf diese Idee gekommen?

00:03:27: Ja also Bücher und auch Orte, die Bücher beherbergen waren für mich schon immer ganz besonders wirklich seit meiner Kindheit, seitdem ich denken kann.

00:03:36: Waren sie ein Zufluchtsort für mich?

00:03:38: Ein sichere Hafen sozusagen.

00:03:40: Ich war ein sehr schüchternes und zurückhaltendes Kind und mir vieles nicht leicht Anschluss zu finden.

00:03:46: aber in Geschichten habe ich dann halt doch immer wieder Anschlüsse gefunden.

00:03:49: da hab' ich mich wohl gefühlt, da habe ich mich zu Hause gefühelt.

00:03:52: Und auch fantastische Welten, Fantasie Romane haben mich schon immer begeistert wenn so die Realität und Magie quasi verschwimmen.

00:04:01: Und ineinander fließen.

00:04:03: Deswegen glaube ich dass die Geschichte schon seit ganz vielen Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten in mir heran wächst... Den Großteil der Zeit unbewusst und seit dem Frühjahr letzten Jahres, also ja so April-Mai-Zweißen-Fünfundzwanzig da dann auch bewusst.

00:04:22: Da habe ich angefangen an der Geschichte zu arbeiten.

00:04:24: Dann bin ich nach London gereist, habe dort meine Recherchreise gehabt und danach auch mit dem Schreiben begonnen.

00:04:30: in diese Bibliothek die du da geschaffen hast können sich glaube viele Menschen einfühlen.

00:04:34: Die Architektur, die hohen Decken, die Bücherregale, die Stille.

00:04:38: Viele von diesen alten Bibliotheken haben ja auch was ganz ehrwürdiges, fast schon Sakrales an sich.

00:04:43: Die strahlen auch von sich aus schon so etwas Magisches außen.

00:04:45: Insofern ist der Gedanke gar nicht so unnahe liegend.

00:04:49: Ich dachte auch beim Lesen, ich kenne diese Orte die du da beschreibst.

00:04:52: Welche Biblioteken standen denn Vorbild für die Lady Ophelia Haringday Library und welche Elemente waren dir da ganz besonders wichtig?

00:05:01: Also ich war ja wie gesagt für meine Recherche in London, wo die Geschichte selbst ausspielt.

00:05:05: Aber mein Vorbild für die Bibliothek ist tatsächlich in Adelaide Australien und zwar die State Library of South Australia Und ich war selbst auch schon in Australien, ist mittlerweile einige jährchen her.

00:05:19: Das war damals ganz klassisch zum Work and Travel.

00:05:22: nach dem Abitur allerdings war ich selbst nie in Adelaide und demnach auch nicht in der Bibliothek.

00:05:28: Ich habe wirklich dann ganz viel im Internet recherchiert und Bilder durchült und durchsucht nach Bibliotäken die mich inspirieren und bin eben an dieser Bibliothek hängen geblieben.

00:05:40: Und ja, da gibt es genau das was du eben zum Teil schon so schön beschrieben hast.

00:05:44: Hohe Decken, deckenhohe Bücherregale ein gelesenes Dach kunstvoll verzierte Ballustraten und dann gibt es eben noch diesen geheimen Leseraum.

00:05:54: Der hat allerdings kein Vorbild, der ist komplett meiner Fantasie in Sprung und da wird es noch viel ehrwürdiger.

00:06:00: Da ist ein großer Kamin, Persateppiche, elegante Perlster-Möbel, das ganz viel Samt und Mahagoni – und das ist halt so ein richtig perfekter Ort zum Lesen und Träumen!

00:06:11: Ja, deine Protagonistin Amanda Epkins kriegt ja auch Zugang zu diesem Lessaal.

00:06:15: Die lebt sonst aber ein relativ strukturiertes Leben.

00:06:18: Also für sie gibt es eigentlich eine richtige Art Dinge zu tun und es gibt auch für viele Sachen eine richtige Zeit um sich zu tun.

00:06:25: Und ihr Lebenswandel ist eigentlich alles andere als magisch.

00:06:31: Ich gehe mal davon aus diesen Kontrast zur magischen Welt der Bibliothek hast du ganz bewusst gewählt.

00:06:36: trotzdem frage ich mal so ketschig Wieso durfte denn Amanda keine in Anführungszeichen normale Frau sein, sondern musste in so einem besonderen Kontrast zur Magie stehen?

00:06:49: Ja sehr, sehr spannende Frage und tatsächlich gibt es da viele Gründe für.

00:06:53: Also wie du schon meinst, Amanda ist ein sehr strukturierter Mensch die ihr Leben nach ganz festen Regeln und Routine lebt und vom Typ her ehrlicherweise ganz anders ist als ich es bin.

00:07:03: also Ich bin auch einen sehr organisierter Mensch, ich kann meinen Alltag und mein Leben gut strukturieren.

00:07:08: Und das muss sich auch können.

00:07:10: Denn ich bin ja zum einen Autorin und schreibe meine eigenen Bücher.

00:07:15: Zum anderen bin ich Verlegerin und verlege nicht nur meine Bücher sondern auch die Bücher anderer Autorinnen.

00:07:20: Mein Alltag, mein Leben ist komplett voll gestopft.

00:07:24: Ich habe wenig Freizeit was okay ist weil unglaubliche Leidenschaft für das Empfinde, was ich tue.

00:07:31: Ich liebe es einfach mich mit Büchern zu beschäftigen und ich finde ist ein riesiges Privileg dass sich mir dieses Leben so aufgebaut habe Und insofern ist es gut, dass ich so organisiert bin.

00:07:42: Aber gleichzeitig bin ich eben auch ein sehr neugieriger Mensch.

00:07:45: Ich mag es neue Dinge auszuprobieren und ich mag es Abenteuer zu erleben.

00:07:50: Und da ist im Ende Illinois Atkins ganz anders.

00:07:53: Die sind ihrer Art eher ein bisschen schrullig... ...und darauf hatte ich Lust!

00:07:57: Ja?

00:07:57: Ich habe davor eine Vierer Buchreihe geschrieben.

00:08:01: Keine wirkliche Tetralogie die Bücher bauen nicht aufeinander aufs.

00:08:03: Sie sind nur lose miteinander verbunden.

00:08:06: Da waren die Figuren Ich sag mal eher normaler, wie ich vielleicht auch als Mensch bin.

00:08:12: Wie viele Menschen sind und womit sich auch sehr viele Leserinnen und Leser identifizieren können.

00:08:17: Und es hat mir auch sehr viel Freude bereitet.

00:08:19: aber nach dieser Reihe hatte ich ganz ganz viel Lust darauf eine exzentrische Figur zu schreiben um auch für mich so ne neue Herausforderung zu spüren um auszutesten ob ich das überhaupt kann und zu gucken auf welche Hürden stoß ich da.

00:08:33: Und das hat mir zum einen ganz, ganz viel Spaß gemacht und zum anderen ist es auch so dass in meinem Roman ja Wirklichkeit und Fantasie verfließen.

00:08:42: Meine Geschichte ist ja verankert an einem realen Ort in London und auch mit real wirkenden Figuren belegt.

00:08:50: da gibt es jetzt keine Hexendrachen und Vampire und gleichzeitig gibt es dieses magische Element Nicht jede Leserin und nicht jeder Lese etwas damit anfangen kann, dass nicht jeder Fantasie mag.

00:09:06: Und ich dachte mir wenn ich eine Figur erschaffe wie Amanda Elinor Etkins und diese Figur die ja so geradlinig ist, so rational... Wenn ich dir davon überzeuge das es diesen Ort gibt!

00:09:18: Dass sich lohnt diesen Ort zu besuchen und man diesen Ort lieben lernen kann Dann kann ich auch ein breites Publikum davon überzeugen, das war mein Ziel und ich hoffe es wird mir gelingen.

00:09:29: Amanda ist ja titelgebend aber eigentlich gar nicht die einzige Figur im Buch sondern eigentlich hast du vier sehr unterschiedliche Figuren geschaffen.

00:09:39: vielleicht kannst Du die einmal ganz kurz vorstellen.

00:09:42: Ja, sehr gerne.

00:09:43: Also von Amanda haben wir jetzt ja schon einiges gehört.

00:09:46: Sie ist Zollbeamtin in ihren Fünfzigern kinderlos und verheiratet.

00:09:50: sie liebt Regeln und Routinen und missbilligt wirklich alles was davon abweicht Und das ist einem Kindheitstrauma geschuldet dass im Laufe der Geschichte auch aufgedeckt wird.

00:10:01: Daneben gibt es noch den Henry Brown.

00:10:04: Das ist ein sechzehnjähriger Junge Der ihn eher Armverhältnissen aufwächst und einen alkoholabhängigen Vater hat Und er nimmt ein Job als Aushebsbibliotheker an, um sein Taschengeld aufzustocken.

00:10:17: So trifft er eben auch auf Amanda und die anderen Figuren.

00:10:21: Henry ist so eine richtig treue Seele – der ist etwas tollpatschig, etwas naiv aber eben auch total empathisch und loyal!

00:10:30: Witzigerweise ist mir erst nach dem Schreiben wirklich ganz am Ende das Romanz, als der schon fertig war aufgefallen… dass Henry inspiriert wurde von meinem Hund.

00:10:41: Ich hatte nämlich einen braunen Labrador und der heißt auch Henry, und er hat so genau dieselben Wesenszüge!

00:10:47: Und darüber habe ich anscheinend diese Figur kreiert – ganz verrückt.

00:10:51: Ich hab ihn quasi verewigt.

00:10:52: Dann gibt es die dritte Figur.

00:10:53: das ist Robert Joye, ein Senior in seinen Siebzigern, der als Kind von Migranten im Londoner East End aufgewachsen ist also eine sehr ärmliche Gegend zumindest auch in den Und der ist später durch einen eher unglücklichen Umstand sehr vermögend geworden.

00:11:14: Für Robert habe ich auch viel über die Windrush Generation recherchiert, die gab es vor allen Dingen in den fünftiger und sechziger Jahren.

00:11:23: Da sind viele Menschen aus der Karibik nach England gekommen.

00:11:29: Dieser Robert, der schon seit zehn Jahren Mitglied in der Lady Ophelia Herringday Library Und der hat ganz, ganz viel Insider-Wissen für die anderen und ist so ein bisschen ja der Senior der Gruppe logischerweise auch durch sein Alter aber auch indem er eine Beschützerrolle einnimmt sozusagen.

00:11:47: Ja und schließlich gibt es dann noch Chau Mai Smith, die in Peking geboren wurde und als Kind von englischen Eltern adoptiert wurde und nun ist sie Teenager ähnlich alt wie der Henry und ist in einer mächtigen Identitätskrise.

00:12:03: Sie ist vor allem sehr, sehr wütend und sie lässt diese Wut auch gerne an anderen aus.

00:12:07: Insofern sind das vier Figuren die wirklich unterschiedlicher kaum sein könnten.

00:12:12: Ich fand den Roman strukturell total spannend weil die Perspektive wechselt zwischen diesen vier Personen.

00:12:20: also Alle vier haben eine unterschiedliche Art zu sprechen und zu denken, die haben unterschiedliche Wahrnehmungen von der Welt.

00:12:26: Und gleichzeitig lädt das Buch ein ja aber auch noch eben in diese Anderswelt ein, in die verschiedenen Traumwelten des Personals.

00:12:35: Das macht es sehr komplex und wie gesagt strukturell sehr spannend.

00:12:38: war dieses Struktur von Anfang an für dich klar oder hat sich das irgendwie beim Schreiben so ergeben?

00:12:44: Die Struktur war tatsächlich von Anfang an klar, denn auch hier wollte ich für mich mal eine neue Herausforderung schaffen.

00:12:52: Davor die vier Romane sind alle aus einer Perspektive, aus der Ich-Perspektive heraus entstanden.

00:12:58: und jetzt hier schreibe ich ja in der dritten Person aber bin trotzdem ganz nah den Figuren dran und ich denke dass die Leserinnen auch spüren können wie nah die Figuren sind das sie ihr Gefühls leben richtig mit empfinden können.

00:13:15: Und für mich war das halt eine total coole, spannende Herausforderung, mich so tief in unterschiedliche Figuren hineinzudenken und die Welt durch ihre Augen zu erleben.

00:13:24: Zum anderen gibt es dadurch auch eine sehr, wie ich finde, sehr spannende Dynamik in der Geschichte in Form von... teilweise Gesprächen, direkter Rede aber auch ganz viel Ungesagten.

00:13:35: Da ist Raum für ernsthafte Reflexion da gibt es aber auch witzige Situationen wenn die Person oder die Figuren sich so aneinander reiben und auch mal provozieren Und ich finde das macht es sehr echt und authentisch.

00:13:47: Jetzt hast du vorhin schon gesagt dass was dir verbindet is eigentlich der gemeinsame Zugang zum magischen Lesesaal.

00:13:54: Wieso bekommen denn genau diese vier Personen Zugang zu dieser Anderswelt?

00:13:59: Ja, das hat natürlich einen ganz bestimmten Grund.

00:14:02: Den möchte ich an dieser Stelle allerdings gar nicht spoilern sondern viel mehr die Leserschaft dazu einladen dass für sich selbst herauszuziehen und zu interpretieren weil ich glaube dass das eine sehr wichtige Kernbotschaft des Romans ist die jeder für sich selber raus kristallisieren darf.

00:14:19: also was verbindet diese Figuren?

00:14:21: Und was verbindet vielleicht auch mich mit diesen Figuren?

00:14:24: wo finde ich mich wieder?

00:14:26: Na gut, dann will ich dich da auch nicht unter Druck setzen.

00:14:28: Obwohl es mich natürlich sehr interessieren würde!

00:14:31: Aber so eine magische Anderswelt zu der nur bestimmte Personenzugang haben... Das gab's in der Literatur ja schon ein paar Mal ne?

00:14:38: Ich hab direkt an Narnia gedacht oder ins Nimmerland.

00:14:41: Hast du dich denn auch von Geschichten dieser Art inspirieren lassen?

00:14:45: Auf jeden Fall also wie ich vorhin ja schon meinte, ich habe seit meiner Kindheit unglaublich viel gelesen.

00:14:51: Ich habe auch schon seit meiner Kindheit selbst unglaublich viele geschrieben, davon mal abgesehen und große Vorbilder waren beispielsweise Cornelia Funke mit der Tintentrilogie die ja später eine Tetralogie wurde oder auch die Werke von Christopher Paulini.

00:15:04: ich hab zuhause einfach ein riesiges Bücherregal Beziehungsweise mehrere, die nur so strotzen vor magischen Geschichten.

00:15:12: Und ich habe mich dann später auch als Erwachsener theoretisch mit verschiedenen Formen von Fantasy auseinandergesetzt und mich bewusst für diese Porte-Fantasy-Methode entschieden also wo man wirklich aus unserer realen Welt durch ein magisches Tor in eine fantastische Parallelwelt entführt wird.

00:15:29: Und ich bekomme da auch immer mal Fragen.

00:15:31: Ich bin ja ganz eng mit meiner Leserschaft im Austausch durch Social Media und andere Formen, und hin- und wieder kommt auch die Frage ist das Buch überhaupt was für mich?

00:15:40: Könnte das etwas für mich sein?

00:15:41: Ich bin doch Erwachsener und Fantasie.

00:15:43: Ist das nichts für

00:15:44: Kinder?".

00:15:45: Und ich muss sagen, ich schmunzel immer leicht bei dieser Frage weil wieso sollten Erwachsene der nicht Fantasi lesen können also Erwachse dürfen und wollen sich doch auch manchmal einfach an andere Orte träumen, dem Alltag entfliehen quasi hinweggetragen werden von ihren Sorgen.

00:16:03: Und ich finde wir dürfen und wir sollten uns das auch nicht verbieten.

00:16:08: Und völlig unabhängig bedeutet es ja auch nicht dass eine magische Welt nicht gleichzeitig ganz viel Vielschichtigkeit mit sich bringen kann.

00:16:17: Auch hier ist die Bibliothek ein Ort der auch als Mittel zum Zweck fungiert, also ein Instrument um eben die verborgenen Wünsche und Sehnsüchte meiner Figuren aufzudecken.

00:16:28: Um Themen wie Liebe zu behandeln, Heilung Identität und das sind ja alles ganz große wichtige Themen unserer Zeit, die ganz viele wenn ich sogar die meisten Menschen beschäftigen und warum sollten wir uns nicht auch über ein derartiges Vehikel diesen Themen annähern können?

00:16:46: Also ein tolles Plädoyer für Fantasy und auch Fantasie im Erwachsenenalter.

00:16:51: Lass uns doch noch einmal ganz kurz über dich sprechen, du hast es vorhin schon selber gesagt, du bist nicht nur Autorin sondern auch Verlegerin mit dem Varni-Verlag bis zu zwanzig vierundzwanzig an den Start gegangen und seither umgibst Du Dich eben auch mit den Geschichten anderer Leute – nicht mehr nur mit Deinen eigenen!

00:17:07: Wie kam es denn dazu dass Du diesen Verlag gründen wolltest?

00:17:11: Mein erstes Buch ist im August, und nicht in meinem eigenen Verlag sondern in einem anderen.

00:17:20: Und ich habe durch diese Erfahrung sehr schnell bemerkt dass ich nichts anderes mehr machen möchte, beruflich auch in meiner Freizeit als zu schreiben allerdings unter meinen eigenen Bedingungen Und es war auch eine Frage des Geldes, denn die wenigsten Autorinnen und Autoren können vom Schreiben leben.

00:17:42: Meistens bekommt man so circa ein Euro pro verkauften Buch.

00:17:47: Ich wusste deswegen wenn ich nichts anderes mehr machen möchte, wenn ich vom Schrieben leben können will dann muss sich mehr pro Buch verdienen.

00:17:56: Das geht halt nur, wenn nicht selbst verlege.

00:18:00: Habe ich dadurch auch viel mehr Arbeit, denn der komplette Buchprozess liegt ja in meinen Händen.

00:18:04: Ich trage das komplette unternehmerische Risiko und ich muss finanziell auch sehr stark in Vorleistung gehen.

00:18:12: Ich habe zum Beispiel im Jahr zwei Tausend vierundzwanzig um das erste Buch zu finanzieren die erste Druckauflage zu finanzieren, die ich herausgebracht habe mein Auto verkauft.

00:18:22: Ja, seitdem fahre ich mir Fahrrad!

00:18:26: Und bei Wani sind dann meine Meine vier Bücher zunächst erschienen, wobei mein größter Erfolg die Sonne in dir war.

00:18:33: Das hat sich bisher über hunderttausendmal verkauft.

00:18:36: Das war ein riesiger Erfolg den ich in der Form tatsächlich auch nicht erwartet habe und mir war dann von Anfang an klar dass ich auch die Werke anderer Autorinnen verlegen möchte, die ansonsten sehr wahrscheinlich nicht die Chance dazu bekämen oder wie ich vor meinen AutorInnen weiß es auch versucht haben und die Chance auch faktisch nicht bekommen haben.

00:18:57: Genau, und so habe ich dann bisher vier Autorinnen bei Vani aufgenommen.

00:19:01: Das sind Greta Herrlicher, Gutruhn Lochte, Ruth Froben und Natascha Berg-Lina.

00:19:06: Und zwei Bücher kamen dieses Jahr auch schon raus von Greta & Gudrun im April und Juni und die sind auf Anhieb auf Platz eins und drei der Spiegelbestelliste gelandet und daraus sind wir echt richtig stolz.

00:19:17: Darauf kannst du auch stolz sein?

00:19:19: Wie hast Du denn das ausgesucht oder wie suchst Du prinzipiell aus wer bei Dir ins Programm kommt?

00:19:24: Also mir ist es total wichtig, weibliche Lebenswelten in den Fokus zu stellen.

00:19:29: Was mittlerweile ja immer häufiger passiert aber lange Zeit halt nicht der Fall war und Geschichten zu veröffentlichen die Mut und Hoffnung machen.

00:19:38: denn wenn ich mir die Welt so anschaue, wenn ich Nachrichten schaue denke ich mir dass es genügend Schwere da draußen gibt und ich finde diese Art von Eskapismus denen man zum Teil Büchern findet auch etwas sehr schönes und heilsames.

00:19:52: Gleichzeitig war es mir wichtig, dass wir in den Büchern nicht vor auch schweren Themen zurückschrecken.

00:19:57: Insofern dürfen auch Themen wie Tod oder Krankheit oder andere schwierige Themen behandelt werden.

00:20:03: Das muss halt nur im Balance sein, im Gleichgewicht sein und wir veröffentlichen bei Wani auch nur Werke von Autorinnen und begleiten da jede Veröffentlichung ganz individuell.

00:20:14: Gibt es denn ein Buch das du gerne im Programm gehabt hättest?

00:20:16: Dass dir aber einen anderen Verlag weggeschnappt hat?

00:20:19: Also es gibt viele Bücher, die starke weibliche Hauptfiguren haben.

00:20:23: Die super in unser Programm gepasst hätten zum Beispiel die Hummerfrauen von Beatrix Gerstberger oder die Riesinnen von Hannah Hefner beides unglaublich starke Romane, die auch sehr erfolgreich sind.

00:20:35: aber ich ärgere mich nicht darüber und ich würde auch nichts sagen dass ein anderer Verlag sie uns weggeschnappt hat Denn uns gibt es ja noch gar nicht so lange und es gibt sie erst seit dem Jahr.

00:20:46: Und ich vertraue auch ganz stark darauf, dass die richtigen Autorinnen quasi von selbst ihren Weg zu uns finden entweder persönlich oder über ihre Literaturagenturen wobei ich dazu sagen muss das wir mindestens bis Ende des Jahres ohnehin Aufnahmestopp haben denn unsere Kapazitäten sind doch einfach voll ausgelastet.

00:21:06: Ja das glaube ich.

00:21:09: Jetzt ist es ja eine ganz andere Tätigkeit, verlegerisch tätig zu sein als selber zu schreiben.

00:21:15: Verändert sich denn deine Art zu lesen wenn du plötzlich Bücher auch unter ich sag mal betriebswirtschaftlichen Gegebenheiten betrachten musst und verändert's vielleicht sogar auch deine eigene Art zu schreiben?

00:21:28: Ja und ja, beides.

00:21:30: Wobei ich sagen muss dass das gar nicht erst begonnen hat seitdem ich Bücher selbst verlege sondern seit dem ich Bücherselbst schreibe.

00:21:36: also allein schon Autorin zu sein hat mein Blick auf Bücher verändert und hat meinen Fokus gewissermaßen geschiftet so dass sich auch noch ganz andere Dinge achte als früher.

00:21:47: Das sind zum Beispiel Dinge wie empfinde ich den Lesefluss, was macht diese Passage bei mir?

00:21:53: Was löst sie aus an Emotionen.

00:21:55: Warum löst die diese Emotion vielleicht auch aus?

00:21:59: dann gibt es wiederum auch romane Geschichtenpassagen und die nichts mehr auslösen.

00:22:03: warum ist das so?

00:22:04: funktioniert hier das Tempo nicht funktioniert die Sprache nicht?

00:22:08: Und in erster Linie muss ich sagen, achte ich immer noch darauf ob eine Geschichte was mit mir macht.

00:22:13: Ob sie mich zum Lachen bringt, zum Wein bringt.

00:22:15: Mein Horizont erweitert mich nachdenklich Macht vielleicht auch mal überrascht und ich denke dass das auch der allerbeste Maßstab für einen möglichen Erfolg ist.

00:22:25: da hängt nochmal mehr dran aber zusätzlich überlege ich jetzt eben auch ob eine geschichte für die breite Masse zugänglich ist.

00:22:36: Prinzipien, dem was Vani ausmacht und auch auf sie zu unserer bestehenden Leserschaft passt.

00:22:42: Jetzt will ich zum Schluss noch einmal auf dein Buch zurückkommen und dich fragen mit welcher deiner Figuren du den gerne mal einen Kaffee oder wir sind ja in England ein schwarzen Tee trinken würdest?

00:22:54: Ja, das ist einfach definitiv Robert Joy.

00:22:57: Denn Robert hat so ein interessantes Leben geführt.

00:23:01: der hat so viel Ausgrenzung erfahren aufgrund seiner Hautfarbe, aufgrund seines Sexualität und ist deswegen trotzdem nie verbittert geworden.

00:23:10: und er ist einfach durch und durch gut mit ihm einen Tee zu trinken, mit einem Schuss Milch – das wäre ein echtes Privileg!

00:23:20: Gut, jetzt können sich die Hörer und Hörerin auch mal zurücklehnen.

00:23:23: Sich ein Tee holen!

00:23:25: Denn wir hören mal rein in Miss Edkins' und die Bibliothek der Träume.

00:23:29: Welche Stelle hast du uns denn heute mitgebracht?

00:23:32: Wir beginnen direkt mit dem Anfang.

00:23:34: Super – dann legen wir los.

00:23:44: Dieses Buch ist für alle, die vergessen haben wie zauberhaft die Welt ist Und für alle ,die sich daran erinnern.

00:23:52: Kapitel I Amanda Eleanor Edkins liebte den Regen.

00:23:57: Sie lebte das Brasseln auf ihrem Schirm, durch dessen durchsichtige Bespannung sie direkt in den Himmel schauen konnte.

00:24:05: Sie lebten die erdig-frische Luft, die der Regen mit sich brachte und wie er selbst über die geschäftigten Straßen Londons eine Decke der Ruhe legte.

00:24:15: Am meisten jedoch liebte Amanda den Regen wenn sie ihm aus der warmen Geborgenheit ihre eigenen vier Wände zusehen und zuhören konnte.

00:24:25: Ihr Zuhause lag im ersten Obergeschoss eines gepflegten viktorianischen Backsteinhauses in Hempstead, in dem noch zwei weitere Parteien wohnten.

00:24:34: Die weiß eingefassten Erkerfenster waren von zierlichen Säulen geraumt und die kunstvollen Stuckelemente, die sich über den Eingang und den Fenstern entlangzogen wirkten wie eine stille Erinnerung an längst vergangenen Zeiten.

00:24:48: In ihrem Wohnzimmer, das nach Vanille und Zimt duftete stand ein Ohrensessel mit floralem Bezug direkt neben dem offenen Kamin.

00:24:57: Dort saß Amanda eingekuschelt in eine Wolldecke während dicke Regentropfen gegen die Fensterscheibe trommelten.

00:25:04: Gerne kochte sie sich an solchen Tagen eine große Kanne Schwarztee von dem sie jede Tasse mit einem ordentlichen Schuss Milch verfeinerte.

00:25:14: Das leise Zwischen des Wassers beim Aufgießen der feine Klang des Teelöffels am Porzellan.

00:25:20: Es war ein Ritual, das sie zur Ruhe prächte.

00:25:24: Dann hatte sie einen Buch auf dem Schoß und war stundenlang in die Seiten

00:25:28: vertieft.".

00:25:30: Vielleicht drängt sich nun die Vorstellung auf, dass sie während dieser gemütlichen Abende- und ruhigen Sonntage im Roman schmück hatte?

00:25:37: Dass sie womöglich ein Werk von Jane Austen las oder eine Geschichte über die Liebe und den englischen Landadel.

00:25:44: Ganz abwegig ist diese Gedanke nicht!

00:25:47: In der bescheidenen Ordnung ihres Lebens lag etwas Zeitloses, als wäre sie selbst von einem Autor längst vergangener Tage erdacht worden.

00:25:56: Ihre Garderobe bestand aus maßgeschneiderten Rücken, Blusen und Lasern die sich stets akribisch gebügelt aufbewahrte – und sorgfältig gefalteten Kashmirschals in gedeckten Tönen.

00:26:08: Ihre Vitrine beherbergte eine erlesene Sammlung geerbten Wedgewood Porzellans, das sie nie benutzte aber regelmäßig abstaubte.

00:26:18: Alles in ihrem Hausfalt und in ihrem Leben oblag festen Regeln, von der Anordnung der T-Dosen in der Küche bis hin zu ihrem Tagesablauf.

00:26:29: Und dennoch, Emenders Lesegeschmack war alles andere als romantisch oder nostalgisch.

00:26:36: Seit Jahrzehnten hatte keine fiktive Geschichte mehr den Weg in das erste Obergeschoss der Schalig Road forty-four gefunden.

00:26:44: Stattdessen fokussierte Amanda sich – so hätte sie es selbst wohl formuliert Auf Bücher mit Mehrwert.

00:26:51: Memoan berühmter Politikerinnen, Essays über bedeutende philosophische Strömungen Werke über die Geschichte Großbritanniens und der übrigen Welt Und Abhandlungen über neue wissenschaftliche Erkenntnisse und technologische Entdeckungen.

00:27:08: Bücher, die den meisten Menschen ein herzhaftes Gernen entlocken würden zogen am Ende in ihren Bann und ließen sie die Wälder draußen die für ihren Geschmack allzu chaotisch und laut war, für ein paar genussvolle Stunden vergessen.

00:27:24: Um für genügend Nachschub in Sachen Lesestoff zu sorgen besuchte sie jeden Freitag nach Mittag nach der Arbeit die Bibliothek.

00:27:32: Egal ob im Winter ein eisiger Schneesturm durch die Gassenpfiff oder ob die Sommersonne die asphaltierten Straßen der Stadt vor Hitze flimmern ließ – egal was in dieser Woche im Büro passiert war, ob Gutes- oder Schlechtes!

00:27:46: Zuverlässig um vier Uhr am Nachmittag, betrat Amanda die hohen Hallen der Lady Ophelia Herringday Library.

00:27:54: Daran war nicht zu rütteln und so war es auch an jenem Freitag vor wenigen Monaten.

00:28:03: Der Morgen war wie jeder andere abgelaufen.

00:28:06: Amanda hatte die Augen um fünf Uhr fünfundfünfzig geöffnet und den Wecker ausgeschaltet genau fünf Minuten bevor das Schrillen ertönte.

00:28:14: Sie hatte die Bettdecke zur Seite geschlagen, war ohne zu Zögern aufgestanden, hatte sich gestreckt den Vorhang geöffnet und daraufhin auch das Fenster.

00:28:25: Der Himmel war wolkenlos, die Sonne war noch nicht zu sehen doch am Horizont schimmerte bereits ein belasses Licht.

00:28:32: es würde ein warmer Tag werden.

00:28:35: sie drehte sich um, griff nach den Kissen unter Decke und legte alles auf die hölzernde Drohe vor dem Bett.

00:28:41: Sie straffte das Laken an allen vier Ecken und schob die überstehenden Ränder unter die Matratze.

00:28:48: Die Kisten wurden ausgeschüttelt, gerade hingestellt und aneinander ausgerichtet.

00:28:54: Dann legte Amanda die Decke wieder auf und zupfte sie zu Recht so dass die Ränder bündig mit der Bettkante abschlossen.

00:29:01: Ohne innezuhalten verließ sie des Schlafzimmer und ging in die Küche um das Wasser für den Tee zum Kochen zu bringen.

00:29:09: Den Kessel hatte sie schon am Vorabend bis zur Hälfte befüllt und auch die Sandwiches, die sie mittags auf der Arbeit zu sich nehmen würde, lagen wie immer vorbereitet im Kühlschrank.

00:29:19: Abwechselnd gab es Truthanschnitten mit Salatblatt und Gurke oder Käsebrote mit Tomate- und Schnittlauch.

00:29:26: Daneben lag in der Lunchbox ein geschnittener Apfel.

00:29:29: Anderes Obst mochte Amanda nicht!

00:29:32: Bananen liefen an und eine Mandarine zu schälen, uns sich mit dem Saft zu besudeln oder Bären zu essen und die Kleinsamen später aus ihren Zahn zwischen Rheumpulen zu müssen, kam ihr ungesittet vor.

00:29:45: Sie ging ins Bad, benutzte Zahnseide und putzte sich die Zähne genau drei Minuten lang.

00:29:51: Ihre Kleidung lag fein säuberlich gefaltet auf den Badewannenrand – auch diese legte sie sich am Vorabend zurecht um am Morgen keine Zeit zu vergeuden!

00:30:01: Nach dem Anziehen kämpfte sie sich das Haar und steckte es zu einem festen Dutt zusammen.

00:30:06: Pünktlich mit dem Zwischen des Kessels war sie fertig, goss sich ein Schwarztee auf und setzte sich mit einem Buch an den kleinen Küchentisch.

00:30:15: Zwei Tassen Tee und sieben Seiten am Morgen – das Vertriebkoma und Sorgen!

00:30:21: Sie wusch die Tasse aus, einen kurzer Blick auf die Uhr bestätigte, dass sie im Zeitplan war.

00:30:30: überprüfte, ob die Tür auch wirklich abgeschlossen war, drehte den Schlüssel ein weiteres Mal im Schloß und prüftete die Tür erneut.

00:30:40: Dann fuhr sie zur Arbeit und verrichtete ihre dortigen Aufgaben in einer ebenso zielgerichteten und effizienten Weise – zumindest so hat es die Irrationalität mancher ihrer Mitarbeitenden zulies!

00:30:53: Ihre berufliche Laufbahn bei His Majesty's Revenue & Customs, der britischen Zoll- und Steuerbehörde hatte Amanda eine gewisse Stellung eingebracht.

00:31:03: Leider war diese Gepart mit der mühsamen Börde bürokratischer Kämpfe ständiger Personalquerelen und unterschwelliger Spannungen zwischen Kollegen.

00:31:12: Die vergangene Woche war besonders nervenaufreibend gewesen.

00:31:16: Eine neue Verordnung beim Kraftgetreten.

00:31:19: Die Umstrukturierung einzelner Abteilungen hatte die Belegschaft in heller Aufregung versetzt.

00:31:24: Alle benamen sich wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen vor einem nahenden Sommergewitter.

00:31:31: Im Ende hatte den Sturm äußerlich ungerührt über sich hinwegziehen lassen, doch nun merkte sie, wie sehr der Druck an ihr genagt hatte.

00:31:41: Umso willkommener war der Feierabend und noch kostbarer das Wochenende!

00:31:47: Als an diesem Freitag Nachmittag die Lady Ophelia Haringday Library in Amanda's Blickfeld rückte, wurde ihr Schritt langsamer.

00:31:55: Die Anspannung, die sich in ihrem Lacken festgesetzt hatte, begann sich zu lösen und sie blieb ein Moment auf dem gegenüberliegenden G-Steck stehen um die Szenerie in sich aufzusaugen.

00:32:06: Das Gebäude erhob sich in eleganter Zurückhaltung zwischen den gläsernen Fassaden moderner Zweckbauten.

00:32:14: Es war ein Relikt aus viktorianischer Zeit, mit hohenichfarbenem Sandstein und schenkte ihr jedes Mal eine wohltrunde Vertrautheit.

00:32:23: Auf der Straße vor ihr rauschte der Verkehr vorbei – ein Taxi hobte jemand fluchte lautstark!

00:32:29: Und doch war dieser Ort einen Moment schönste Entrücktheit in mitten des Chaos.

00:32:36: Dann überquerte sie die Straße und drückte mit dem Ellenbogen gegen die gläserne Drehtür.

00:32:42: Der Weg hindurch fühlte sich für Amanda jedes Mal fast ein bisschen magisch an, obwohl sie natürlich nicht an Magie glaubte.

00:32:51: Auf der einen Seite waren der Lärm der Autos und der Geruch von Abgasen Müll- und Schmutz, Eltern die mit ihren Kindern stritten und Touristen, die beim Überqueren der Straße zuverlässig in die falsche Richtung schauten und des öfteren um Haares Breite dem Zusammenstoß mit einem Doppeldeckerbus entging – dann kam der sich wie eine Zwischenstation anfühlte, der Moment zwischen sein und werden.

00:33:18: Und dann?

00:33:19: Auf der anderen Seite?

00:33:21: Schließlich ihr Zufluchtsort!

00:33:23: Der Bibliothekssaal öffnete sich vor ihr wie eine Kathetrale.

00:33:27: Hoch- und Würdevoll spannte sich das Gewölbe auf mit einem Deckenfenster welches das Sonnenlicht in goldenen Strahlen hinab auf die Galerie warf.

00:33:36: Die Galerie selbst verlief über drei Seiten, getragen von Guseisernen Säulen, deren Verzierungen via Staate ranken wirkten.

00:33:45: Ihre Geländer, kunstvoll geschmiedet, zogen sich in eleganten Bögen dahin – beinah als würden sie tanzen!

00:33:54: Die Wände waren vollständig von Regalen bedeckt und im oberen Stockwerk schien sie gar mit den dunklen Holzbalken zu verschmelzen.

00:34:02: Unten herrschte offene Weite Dort stand nur wenige Vitrien und dazwischen einzelne Bänke und Stühle.

00:34:09: Runde Lampen an der Decke verstrümmten ein Bernstein-farbenes Licht, und verliehen dem Raum eine fast andächtige Atmosphäre.

00:34:17: Es duftete nach Papier, Leinen und abgegriffenen Leder – und lediglich das leise Rascheln von umgeschlagenen Buchseiten und hin und wieder des Schaben eines Stuhls auf dem altehrwürdigen Marmor durchbrachen die Stille.

00:34:32: Dies war nicht nur eine Aufbewahrungsstätte für Bücher!

00:34:35: Es war ein Ort, an dem sich die Zeit dehnte.

00:34:38: An dem Gegenwart und Vergangenheit verschmolzen.

00:34:42: Wer hier eintrat verließ für einen Moment die Welt draußen!

00:34:46: Und das war es was Amanda am meisten

00:34:49: mochte.".

00:34:51: Sie hörten einen Ausschnitt aus Miss Edkins' und Die Bibliothek der Träume, dem neuen Roman von Vanessa Göcking ,der im Varni-Valak erschienen ist .

00:35:00: Der Roman ist ab sofort in Handel und online erhältlich.

00:35:03: Liebe Vanessa vielen Dank für das Gespräch.

00:35:06: Vielen Dank, Dias hat mir viel Spaß gemacht!

00:35:09: Das war eine neue Folge von Zeit für Literatur dem vor dieser Podcast produziert von Studio ZX.

00:35:16: Mein Name ist May Becker.

00:35:17: Danke dass sie sich heute Zeit für literatur genommen haben.

00:35:21: Bis zum nächsten Mal.

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